Explosion Frankfurt Heute

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Es ist wie aus einem Katastrophenfilm, und doch geschah es vor 100 Jahren im pfälzischen Oppau am Rhein. Dann gab es eine weitere Explosion. Die Druckwelle ist enorm. Allein in Oppau wurden mehr als 1.000 Bauwerke zerstört und viele weitere beschädigt. Fensterglas im 70 Kilometer entfernten Frankfurt am Main ist durch die Explosionen zerbrochen.

Die Explosion war so stark, dass sie in München zu hören war. Am Ende sind nach Schätzungen der Behörden mehr als 500 Menschen bei Deutschlands tödlichster Chemiekatastrophe ums Leben gekommen. Die Katastrophe in der Badischen Anilin- und Sodafabrik ereignete sich am Dienstag vor 100 Jahren (BASF). Die Explosionen ereigneten sich in einem Silo mit 4.500 Tonnen Ammoniumsulfatnitrat. Der Mehrnährstoffdünger der BASF hat die Eigenschaft, bei der Lagerung zusammenzubacken und auszuhärten. Es wurde deshalb vor dem Verladen mit einem Sicherheitssprengstoff gelockert. Es behauptete, dass dies gründlich getestet und zuvor 20.000 Mal verwendet worden sei. Eine regelmäßige Explosion am 21. September 1921 um 7.32 Uhr führte jedoch zu einer Katastrophe.

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“Die Katastrophe dient uns als eindringliche Warnung.”
Die Pfalz gehörte zum Unfallzeitpunkt zu Bayern im heutigen Ludwigshafener Landkreis Oppau. Das Bundesland Rheinland-Pfalz existiert noch nicht. Das bayerische Land gründet das Hilfswerk Oppau, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht. Obdachlose müssen betreut werden. Tausende Paar Schuhe, Decken und Jacken werden von Freiwilligen verteilt.

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Am 25. September trifft Bundespräsident Friedrich Ebert auf dem von Frankreich beschlagnahmten linken Rheinufer zu seiner Beerdigung ein. Kaiser Wilhelm II. verzichtete auf seinen Thron. Aus seinem Exil in den Niederlanden, Beileid.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Martin Brudermüller: “Das damalige Unglück, aber auch jede spätere Katastrophe, die sich in einer BASF-Anlage ereignet, ist für uns eine wichtige Erinnerung.” “Eine Warnung, dass wir im Chemiegeschäft ständig mit äußerster Vorsicht vorgehen müssen.”

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“Es dient als eindringliche Warnung, dass wir alles Notwendige tun müssen, um ein weiteres Unglück zu verhindern.” Würde ein Chemieunternehmen heute eine solche Katastrophe überleben? „Die Situation war damals ganz anders als heute“, sagte eine BASF-Sprecherin. Ammoniumnitrat- und Ammoniumsulfatmischungen sowie andere ammoniumnitrathaltige Düngemittel sind durch internationale Vereinbarung in Sicherheitsklassen eingeteilt. Das Ammoniumsulfatnitrat aus Ludwigshafen gehört mittlerweile zur sichersten Kategorie.

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“Es ist granuliert und mit Antiback-Chemikalien behandelt, um ein Verfestigen zu verhindern.” Auch Sprengstoffe zur Lockerung von Ammoniumnitrat-Düngern sind seit langem verboten.
Der BASF-Komplex in Ludwigshafen ist mit über 10 Quadratkilometern die größte kontinuierliche Chemieanlage der Welt. Jährlich finden über 300 Vor-Ort-Gespräche mit Aufsichtsbehörden statt, darunter rund 160 deklarierte und unangekündigte Inspektionen, so eine BASF-Sprecherin. „In den letzten 10 Jahren wurde mehr in den Standort Ludwigshafen investiert als jedes Jahr abgeschrieben.“

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