Unfall Ricken Heute

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Ricken ist eine Schweizer Stadt auf einer Höhe von 800 m ü. M. im Kanton St. Gallen, am Rickenpass.

Ricken ist zwischen zwei politischen Fraktionen gespalten. Die Gemeinde Gommiswald besitzt den Westteil, der das Dorfzentrum umfasst, während die Gemeinde Wattwil den Ostteil mit der Kirche besitzt. In der Kolonie selbst gibt es ein paar Geschäfte. Ricken liegt auf dem gleichnamigen Pass, der Wattwil und Neuhaus bzw. Wattwil und Gommiswald verbindet. Das Dorf wird vom Rickenbach durchquert. Das Hochmoor liegt westlich des Dorfes.

Nachdem das Toggenburg und Ricken 1471 der Königlichen Abtei St. Gallen anvertraut wurden, wurde Rickens Name erstmals urkundlich erwähnt. Obwohl ab dem 8. Jahrhundert ein Handel über die Ricken nachweisbar war, begannen die Gespräche über den Bau einer Karrenbahn erst 1653. Beide Seiten, St. Gallen und Schwyz, die damals Uznach und Gaster kontrollierten, konnten nicht zu einer Einigung zu kommen. Auch der Toggenburger Krieg endete in einer Pattsituation. Es hörte erst 1786 auf, als der Toggenburger Rat beschloss, auf der Ricken eine Wagenroute zu bauen.

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Gleichzeitig wurde 1783 mit dem Bau einer Kirche begonnen, die die Seelsorge der zerstreuten Bauernfamilien stark verbesserte. Ruhe- und Nachtaktivitäten begannen dank der neuen Straße zu blühen. Die Rapperswiler Bürger entschieden sich 1826 für den Bau einer neuen Landstrasse von Rapperswil nach Wattwil, um dem steigenden Transportbedarf gerecht zu werden. An der Kreuzung der beiden Hauptstraßen entstand die Gemeinde Ricken. In und um Ricken gibt es acht Restaurants und Gasthäuser. Aufgrund der gut ausgebauten Strassen konnte die Postkutsche schnell fahren und mehr Personen befördern als 1835 die Bahnstrecke St. Gallen – Zürich.

Um die Jahrhundertwende wurden die Planungen für eine Bahnstrecke von Wattwil nach Rapperswil in Angriff genommen. Mit dem Rickentunnel von Wattwil nach Kaltbrunn wurden Rickners erste Erwartungen an eine Bahntrasse über den Ricken enttäuscht. Dank des neuen Tunnels war die Ära der Postkutschen vorbei. Die Anbindung der Anwohner an den öffentlichen Verkehr erfolgte über die Postautolinie Uznach – Gommiswald – Ricken – Wattwil. Neben den Gasthäusern entwickelte sich ein kleiner Wirtschaftszweig aus Sandstein und Torf. Die Landwirtschaft blieb die Haupteinnahmequelle [1]. Neun Menschen starben bei einem Eisenbahnunglück am 4. Oktober 1926 im Rickentunnel zwischen Kaltbrunn und Wattwil an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

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Der Ricketunnel liegt unter dem Rickenpass und ist Teil der eingleisigen Strecke der SBB Uznach-Wattwil. Er ist 8.604 Meter lang, 25,5 Meter breit und hat eine konstante Neigung von 15,75 Grad. [1] Es gibt keine künstliche Belüftung im Raum. Wegen der Vergasungsgefahr beim Betrieb mit Dampf blickte das Bahnpersonal auf den Tunnel hinab. Während der Fahrt musste das Lokpersonal ein feuchtes Handtuch verwenden, um Nase und Mund vor den Rauchgasen zu schützen.

Die Fahrgäste des Personenzuges 3616, der Wattwil um 11.05 Uhr verließ und am 4. Oktober 1926 um 11.20 Uhr in Kaltbrunn eintraf, bemerkten keine nennenswerten Vergasungen im Tunnel.

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Um 11:55 Uhr verließ der Güterzug 6854 den Bahnhof Kaltbrunn. [3] Ein dampflokgeführter Zug B 3/4 beförderte sechs Bunde der Bundesbahn und einen 252 Tonnen schweren Anhänger mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h durch den Tunnel. Auf dieser Strecke betrug die maximale Anhängelast der Lokomotive 260 Tonnen. [4] Aufgrund von Dampfmangel nahm die Geschwindigkeit des Zuges allmählich ab. Da die Dampfmaschine mit kalorienarmen Briketts betrieben wurde, hielt der Zug nach 6-12 Minuten oder einem Kilometer am Hang [4]. [5] Das Lokpersonal konnte den Zug nicht wieder starten.

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Da wegen unzureichender Tunnelbelüftung nicht genügend Sauerstoff für den Dampflokbrand vorhanden war, war die Verbrennung unvollständig und die Abgasemissionen der Lokomotiven bestanden nach und nach aus Monoxid statt Kohlendioxid (ungiftig). Dies vermischt sich mit Hämoglobin im Kreislauf und verhindert, dass rote Blutkörperchen Sauerstoff durch den Körper transportieren. Das Kohlenmonoxid erstickte die Opfer laut gerichtsmedizinischen Untersuchungen. [2] Nach Angaben der Meteorologischen Zentralanstalt herrschte am Unfalltag auf der Alpennordseite ein ungewöhnlich hoher Druckzustand. Die gefährlichen Rauchdämpfe aus dem stehenden Zug konnten mangels Luftdruckdifferenz nicht abgegeben werden.

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